Goldener Oktober

Die Hirsche schweigen. Heute haben wir den ersten Spaziergang seit Wochen gemacht, an dem KEIN Hirsch geröhrt hat. Letzte Woche Montag sind wir noch zu dritt durch die Dämmerung geschlichen und haben dabei festestellen dürfen, dass schleichen im Sumpf mit Gummistiefeln nicht unseren Fähigkeiten entspricht. Heute aber war alles sehr leise. Und sehr schön. Die Herbstfärbung ist wunderbar und Dank des Regens der letzten Wochen sind auch viele Pilze gekommen. Nichts, was ich essen würde, aber zum Fotografieren sind sie fantastisch. Gerade dei Herbstlorchel sieht aus wie aus einer anderen Galaxie gefallen.
Leider hat die vor einer Woche aufgehängte Wildkamera nichts aufgezeichnet. Die hatte wohl ein Problem mit der SD-Karte. Hoffentlich ist das gelöst, der Platz mitten im Wald ist zauberhaft. Coming soon….

Hirsche!

Am 5.10. ist unser Hirschhock. Dazu sind alle eingeladen, die Lust auf Natur haben, auf das “Hörspiel” Hirschbrunft, die das Häuschen kennen lernen wollen oder einfach mal wieder vorbeischneien. Übernachten könnt ihr auf der Wiese im Tipi (jetzt auch beheizbar!), im Seminarraum (allerdings sitzen wir manchmal länger, ist so gemütlich), im eigenen Zelt oder ihr kommt einfach nur über den Tag/die Nacht und fahrt ins eigene Bett zurück.

Seit 3 Tagen höre ich die Hirsche röhren, ganz nah, einfach hier in der Nähe des Hauses. Es ist auch endlich wieder kalt genug, um morgens das Glitzern auf die Pflanzen zu zaubern.

Spätsommermagie

Es ist soweit. Der Sommer geht in seine letzte Phase, der Herbst lugt um die Ecke. Noch sind keine Hirsche zu hören, aber so langsam wird es zumindest Nachts kalt genug, dass wir wohl bald welche hören können. Die Pflanzen höngen noch dem Sommer an und blühen hier und da noch, tragen aber hauptsächlich Früchte (ich habe selten so viele “Kletten” aus den Hunden gezupft) oder bereiten sich schon auf das nächste Jahr vor (der Hasel setzt schon Blütenknspen an). Die Morgensonne verwandelt den Tau in Nebel, die taunassen Wiesen zeigen die nächtlichen Aktivitäten der Tiere. Eine wunderschöne Zeit, die auch einlädt sich zusammen zu setzen und den Geschichten zu lauschen. Wir freuen uns über euren Besuch beim Hirschhock am 5.10.2019

Der trockene Sommer

Nach den späten Frösten im Mai scheint sich das Wetter ähnlich zu entwickeln wie letztes Jahr. Sehr heiß, keine (nennenswerte) Niederschläge, Sonne satt. Der Bach führt kaum mehr Wasser, die Wiesen wachsen fast gar nicht mehr und werden braun. GEstern habe ich grüne Eichenblätter am Boden gefunden, die Buchen werfen auch schon die Blätter grün ab. Hoffentlich gibt es noch Regen zwischendurch

Trotzdem ist es hier so wunderschön, wie auch die letzten Besucher bestätigen konnten. Anne-Maria Apelt war mit einer Gruppe für ein langes Wochenende am Platz. Die Spurenleser Miriam von erdwege und Ralf von der Kojoteakademie haben die Gegend erforscht, um im nächsten und übernächsten Jahr hier eine Weiterbildung “holistic tracking” anbieten zu können. Danke euch allen für den bereichernden Kontakt. Ich freue mich schon auf alle künftigen Veranstaltungen von euch!

Neben all der Trockenheit gibt es auch Schönes zu berichten. Eine Fortbildungsreihe “Wildnis- und Naturpädagogik für Erzieherinnen” hat schon 4 Einheiten hinter sich (Frühling und Sommer). Im Herbst und Winter folgen nochmal 4 Tage für die Teilnehmerinnen. Der Schwarzstorch kam zu Besuch vorbei um zu zeigen, dass die seltsamen Maßnahmen der Gemeinde Dahlem ihn (noch?) nicht vertrieben haben. Gestern hat sich mir ein Blindschleiche in den Weg gelegt, die ich schon länger nicht mehr beobachten konnte. Auf jedem Spaziergang, jeder Entdeckungstour und jeder Joggingrunde gibt es hier neues zu sehen, erforschen, bestaunen. UND: Dieses Jahr haben die Gänse alle 6 Jungen durchgebracht. Letztes Jahr kein einziges.

 

Seidelbast oder der Frühling ist da

Frühling in der Eifel kommt etwas später als zB bei Köln, aber er hat immer ein paar wunderschöne Blüten zu bieten. Den Anfang macht der Hasel. Für mich gehört die Blüte des Seidelbast zu den Highlights. Aber auch die gelben Blüten von Schabockskraut, Huflattich und Wiesensonnenstern und die seltsamen, außerirdischen von der Pestwurz faszinieren.
Der Hausrotschwanz, die Goldammer und der Rotmilan sind auch schon zurück. Jetzt fehlen nur noch die Schwalben für den Sommer.

 

Fertigstellen!!

Vor 5 1/2 Jahren haben wir diesen wunderschönen Platz entdeckt und hatten das Glück, ihn zu erwerben. Inklusive dem alten, netten, sympathischen Haus, das dort so herum stand. Seitdem wird gebaut und gewohnt und gebaut und ein paar Veranstaltungen gab es auch immer mal wieder. Jetzt aber wird es wirklich fertig. Dazu eine Geschichte voller Zufälle, wenn es die denn gibt. Ansonsten ist es einfach Schicksal.

Im November hat eine liebe Freundin Geburtstag, den wir im sehr kleinen Kreis gefeiert haben. Ihr Freund (der selbst solch ein Haus gerade umgebaut hat), sagte mir an dem Abend, dass wir aufpassen sollten, keine ewige Baustelle zu behalten. Die größten Problem: Der Boden in unserem privaten Wohnhaus, die Eingangstür zur Seminarküche und (weniger wichtig, da provisorisch schön gelöst): Türen zum Seminarbad und zum Wohnteil. Das im Hinterkopf fuhr ich zur Tankstelle, um ein hopfenhaltiges Kaltgetränk zu erwerben. Gleichzeit mit mir ging ein Wandergeselle in die Tankstelle, der wirklich zu frieren schien. Er versorgte seinen kleinen Hund, ich fragte, ob er einen warmen Schlafplatz hätte. Hatte er, aber ca 6km entfernt. Also fuhr ich ihn hin und fragte (die Ohren klingelten ja noch), ob er denn Zeit hätte, für uns Boden zu legen.
10 Tage später war er und seine Freundin (auch Tischlergesellin) im Eifelhaus und legten los. Nun können wir auch den privaten Teil komplett einrichten, es liegen wunderschöne Eichendielen im gesamten Haus (außer im Bad) und eine Tür verschließt den Seminarteil.

Die Beiden waren so wunderbare Gäste, die sich über ihre Arbeit freuten, die sich über die Hilfe beim Erziehen und Betreuen der kleinen Ida (7 Monate alte Mischlingshündin, total nett) freuten, die sich über das gekochte Essen freuten und die auch noch unseren Musikgeschmack teilten.

Wieder einmal schreibt das Eifelhaus seine eigene schön Geschichte. Ich freue mich immer, wenn die Welt von so tollen jungen Menschen bevölkert werden.

Vom Spätsommer zum Winter in einer Woche

Plötzlich ist er da. Der erste Schnee des Winters 2018/2019. Vor gefühlten paar Tagen noch im T-Shirt Laub gerecht (ok, Laub rechen wäre ein Hinweis für Herbst, aber es war so warm), gestern abend durchs Schneegestöber gefahren und abends die ersten Fuchsspuren im Schnee bewundert. Ich finde es   wunderbar, wie der Schnee unter den Schuhen knirscht, so richtig schön kalt.

Natürlich haben die Hunde den meisten Spaß an dem Wetter! Da kann selbt Greta, die sich doch gerne als “gesetzte ältere Dame” zeigt, nochmal wie ein Junghund durch die Gegend tollen, Schnee fressen und sich wälzen. Auch wenn es nur ein kleiner Hauch ist. Und die Ausrede, dass es zu rutschig wäre zum Joggen, zählt ja wohl auch. Morgen gibt es dann die große Runde. Gemütlich zu Fuß mit den Hunden.

 

Aber der Hauch ist Grund genug, auch im Seminarraum den Ofen zu befeuern, jetzt, wo er endlich angeschlossen ist und wir noch etwas Restarbeiten verrichten müssen. Und da kam doch tatsächlich das kleine Gespenst vorbei.

Erntedank

Ein großes Dank an die Natur, dass sie uns dieses Jahr so reichlich beschenkt mir ihren Früchten, auch wenn dieser Reichtum wohl auf den viel zu trockenen und sehr heißen Frühling/Sommer/Herbst zurückzuführen ist. Seit Mittwoch habe ich das Eifelhäuschen genossen und viel netten Besuch empfangen dürfen. Wir haben Quitten eingekocht, und eingekocht und eingekocht…. Marmelade gemacht, Schlehen geerntet (wir hatten schon vor einigen Wochen Nachtfrost mit unter -4°C) und daraus Schlitten-Gelee gekocht (SCHLehe-quITTE). Äpfel geerntet und gebacken. Und all das bei wunderschönstem Herbstwetter. Fantastische Sonnenuntergänge, mystische Morgende.
Und so schön es ist bei Sonne, ich wünsche uns allen sehr viel Regen!

Abendspaziergang

Vor 2 Tagen, am 17.10. hörte man noch einige vereinzelte Hirsche. Seit gestern Abend scheint die Hirschbrunft dieses Jahr vorbei zu sein. Und auch der ewige Sommer scheint sein Ende vorzubereiten. Der Morgen ist jetzt nebelig, die Tage werden kürzer, das neue Miniteleskop konnte bisher nur einen etwas wolkigen Mond beobachten, die Sterne waren weitgehend in der diesigen Nacht verschwunden. Und doch macht es mich immer wieder glücklich diesen schönen Flecken Erde zu erleben. Oder gerade der Wechsel macht es so magisch. Wo im Sommer noch die Schmetterlinge geflattert sind stehen jetzt Samenstände der unterschiedlichsten Pflanzen. Und die Sonnenuntergänge sind spektakulär.

Herbstnacht und -morgen

5.10.2018 im Nationalpark Eifel darf ich an einer Fortbildung für uns Waldführer teilnehmen, im Sternenpark bei Herrn Bardenhagen. wer die Chance hat, einmal eine Sternenwanderung zu machen, der sollte die nutzen. Wie schon in früheren Workshops, so begeistert er auch letzte Nacht. Diese Freude an der Welt der Sterne und an unserer irdischen Welt springt schnell über. Und die Demut angesichts der unbegreiflichen Dimension des Weltalls und der dazu winzigsten Kleinheit unserer Erde. Und trotzdem diese große Freude ein Teil des ganzen zu sein. Wunderbar. Einige Blicke durch die Teleskope bei einer der wahrscheinlich klarsten Nächte dieses Jahres zeigte nicht nur einen verrosteten Mars (O-Ton), sondern auch die Henkeltasse des Saturn.
Als krönenden Abschluß durft ich mich zwei weiteren Waldführern bei einer Nachtwanderung nach Gmünd anschließen um anschließend hier im Eifelhaus noch eine Weile mit Mann und Hunden bei einem leckeren Glas Wein draußen zu sitzen.

6.10.2018. morgendliche Herbststimmung in der Eifel, bei strahlend blauem Himmel und erstaunlich warmen 12°C. Gar nicht mal so früh (es war ja gestern abend eher spät, bis wir ins Bett kamen), geht mein Mann auf eine Joggingrunde. Ich mache mich kurz danach mit den Hunden auf, um die Herbststimmung zu genießen. Schon vom Haus aus sieht man ein paar Hirschkühe an dem Weg nach Oberschömbach äsen, die netterweise so lange stehen bleiben, bis ich ein nettes Foto hinbekomme. Auf dem weiteren Weg kommt mir der Mann entgegen und die Hunde entscheiden, dass sie lieber mit ihm zurück zum Haus gehen, als mit mir weiter zu spazieren und immer wieder anzuhalten, weil ich Fotos machen will. Ab Hasenhaus begleitet mich dann wieder das schon gewohnte Röhren der Hirsche. Jetzt, ohne Hunde, beschließe ich, doch nochmal ein wenig näher zu schleichen. Obwohl, schleichen bei dem Lärm, den die Jungens im Wald veranstalten, nicht so dringend erscheint. Kurz hinter dem Baggersee links im Wald hört man mindestens 4 verschiedene Hirsche. Beim Näherkommen höre ich auch das Klackern und Krachen der Geweihe. Ich versuche noch über einen kleinen Bach zu kommen in eine kleine Fichtenschonung, aber da hat der Kampf schon mit einem Schrecklaut aufgehört und ich höre einen Hirsch durch den Wald stapfen. Direkt auf mich zu. Ca 15 m entfernt hatte ich schon die Suhle gesehen. Und genau da hinein legt er sich. Ziemlich erschöpft lässt er sich in den kühlenden Schlamm fallen. Ein wenig scheint er zu bemerken, dass da etwas hinter ihm ist, aber es ist ihm auch egal. Einmal steht er auf, dreht sich, trinkt etwas (das ist sicher mineralreich, was er da trinkt 😉 ) aus der Suhle und lässt sich nochmal hineinfallen. Irgendwann scheint er wieder ausgeruht, röhrt einmal kurz und steht kurz danach auf um wieder im Wald zu verschwinden. Mein Herz schlägt wie wild, die Kamera hatte ich kaum ruhig halten können. Was für ein wunderbares Geschenk.